Treuhänder können eine juristische oder natürliche Person sein. Ein Treuhänder verwaltet ein Recht für den Treugeber/Stifter. Bei der Treuhandfunktion sollten Sie jedoch eine juristische Person bevorzugen. In bestimmten Situationen agiert ein Treuhänder auch als Mittelsmann zwischen zwei Vertragsparteien.

Einen Treuhänder gibt es in der Regel bei fiduziarischen, unselbständigen und nichtrechtsfähigen Stiftungen. Treuhänder treten für diese Stiftungen im Geschäfts- und Rechtsverkehr auf. Zwischen dem Treugeber und dem Treuhänder wird ein Vertrag geschlossen, an den der Treuhänder im Hinblick auf seine Verwaltungsleistungen gebunden ist.

Es gibt keine identische Erscheinungsform eines Treuhänders, denn es gibt keine gesetzliche Regelung. Man kann allerdings von universelle Eigenschaften sprechen, denn ein Treuhänder muss in Bezug auf seine Befugnisse und Ausübungen für den Stifter nicht nur vertrauenswürdig, sondern auch uneigennützig sein.

Es gibt stetig mehr Anbieter, die rechtsfähige Stiftungen, wie auch Treuhandstiftungen verwalten. Eine solche Verwaltung stellt eine Dienstleistung dar, für die qualifiziertes und kompetentes Fachpersonal ebenso benötigt wird, wie eine geeignete Infrastruktur.

Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Arten von Stiftungsverwaltern bzw. Treuhänder unterscheiden.

Gemeinnützige Organisationen und Kommunen

Eine Form der Stiftungsverwaltung stellen gemeinnützige Organisationen und Kommunen dar. Bekannte Beispiele für gemeinnützige Treuhänder sind UNICEF oder Greenpeace. Doch auch verschiedene Kommunen bieten in der Regel die Möglichkeit an eine gemeinnützige Stiftung kostenfrei zu gründen und zu verwalten, denn auch sie profitieren von den Erträgen der Stiftung.

Solche Leistungen werden jedoch nur dann dargeboten, wenn die geplante Stiftung ausschließlich die verwaltende und beratende Organisation fördert. Nach dem Ausscheiden des Treugebers sind Binnenkontrollen meist nicht vorgesehen. Prinzipiell kann festgestellt werden, dass die Offerten gemeinnütziger Organisationen, wie auch von kommunalen Anbietern sehr standardisiert sind und aus diesem Grund nicht viel Platz für individuelle und persönliche Bedürfnisse und Wünsche lassen.

Dies betrifft auch die spezielle und eigene Geldanlage für die einzelne Stiftung (Zweckverwirklichung und Leistungen gemäß § 58 Nr. 6 AO). Solche Angebote haben allerdings auch einen recht wichtigen Vorteil, denn diese werden oft kostenfrei oder für ein nur geringes Entgelt angeboten.

Sparkassen, Banken und andere Finanzdienstleister

Eine weitere Art der Stiftungsverwaltung (Treuhänder) stellen Sparkassen, Banken und andere Finanzdienstleister (z.B. vaidoo.de) dar. Diverse Finanzdienstleister, Banken und Sparkassen nehmen im Stiftungswesen in Deutschland eine wichtige und bedeutende Rolle ein. Sie sind sowohl über den finanziellen Status, als auch über den Familienstand des Kunden informiert. So ist es ihnen möglich die Kunden direkt auf die Gründung einer Stiftung anzusprechen, was durchaus einen Vorteil darstellt.

Das erstrebenswerte Ziel der Banken, Sparkassen und auch allen anderen Finanzdienstleistern ist es das Vermögen der Kunden an das eigene Institut zu binden. Bei Finanzinstituten, die als Treuhänder agieren, ist die Gründung und auch Verwaltung einer Stiftung im Allgemeinen mit Kosten verbunden. In Bezug auf die Verwaltung werden in vielen Fällen „all-in-fees“ (Gebührenangabe) angeboten. Die Gebühren liegen meist zwischen einem Prozentsatz von 1,0 bis 1,5 Prozent des Kapitals der Stiftung. Auch hier sind Binnenkontrollen meist nicht vorgesehen, wenn der Stifter ausscheidet.

Durch die Markets in Financial Instruments Directive (MIFiD)-Regelung -hier handelt es sich um eine Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente- ist es dem Treugeber möglich sich darüber zu informieren, welche zusätzlichen Einnahmen die Sparkassen, Banken oder Finanzdienstleister erzielen (zum Beispiel über Bestandsprovisionen oder andere Faktoren). Der Treugeber ist bei solchen Treuhändern in Bezug auf die Entscheidung der Zweckrealisierung meist frei, also anders als bei gemeinnützigen Organisationen und Kommunen als Treuhänder.

Treuhänder in Form von freien Anbietern

Die dritte und letzte Form der Treuhänder stellen die freien Anbieter dar. Zu einem freien Anbieter gehört zum Beispiel die Deutsche Stiftungsagentur. Freie Treuhänder bzw. freie Anbieter haben kein eigenes Interesse an einer Geldanlage bzw. der Verwaltung von Vermögen.

Bei diesen Anbietern fallen jedoch Kosten für die Beratung, Gründung und auch Verwaltung an. Viele freie Anbieter sind für ihre hocheffiziente Verwaltung bekannt. Einige Anbieter verzichten zudem auf eine Quersubvention. Anders als bei den anderen Formen der Stiftungsverwaltung erfolgen bei freien Treuhändern nachhaltige Binnenkontrollen, auch wenn der Stifter ausgeschieden ist.

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