Infos zur Kontoabfrage durch das Finanzamt

Diverse Behörden haben das Recht sich über die Konten einer Privatperson zu informieren. Hierzu gehört die Agentur für Arbeit und vor allem auch das Finanzamt. Von einer Kontoabfrage wird in den letzten Jahren vor allem vom Finanzamt immer häufiger Gebrauch gemacht.

Wann und wieso erfolgt eine Kontoabfrage vom Finanzamt?

kontoabfrage finanzamtFür viele Personen ist es verlockend ihre Verhältnisse in Bezug auf ihr Einkommen zu verschweigen. Vor allem bei Anträgen auf Hartz 4, BAföG oder Wohngeld, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen nicht die gesamten Einkommensverhältnisse offen gelegt werden. Vor einigen Jahren war dies noch recht einfach möglich, denn eine Kontoabfrage durch das Finanzamt war nicht so einfach möglich. Behörden hatten nur wenige Optionen derartige Vertuschungen aufzudecken. Seit gut zehn Jahren ist dies jedoch anders, eine Kontoabfrage durch das Finanzamt ist möglich. Finanzämter und andere Behörden können Kontoabfragen an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht stellen. Von der Möglichkeit Kontoabfrage wird seither auch eifrig Gebrauch gemacht. Das Verschweigen von Einkommen oder falsche Angaben in Bezug auf die persönlichen Einkommensverhältnisse sind daher nicht sinnvoll und können nun schnell aufgedeckt werden.

Erleichterte Kontoabfrage seit 2008

Im Jahr 2008 wurde die Kontoabfrage für Finanzämter erleichtert, sodass es seither einfacher ist die Konten von Privatpersonen zu überprüfen. Meist erfolgt eine solche Abfrage direkt von den Finanzämtern. Eine Kontoabfrage wird nicht nur dann eingesetzt, wenn es Zweifel an den Angaben bei der Steuererklärung gibt. Vor allem zur Auslotung von Möglichkeiten der Vollstreckung gegen säumige Steuerschuldner wird die Kontoabfrage eingesetzt. Doch auch BAföG-Ämter und die Arbeitsagenturen nehmen die Möglichkeit der Kontoabfrage wahr, wenn es um die Bewilligung von BAföG oder Arbeitslosengeld 2 geht.

Welche Daten werden Abgefragt und offen gelegt?

Eine Kontoabfrage legt offen, welche Konten (zum Beispiel Spar-, Kredit-, Depot- und Girokonten) eine Privatperson besitzt, es werden jedoch nur die Stammdaten übermittelt. Hierzu gehört die Kontonummer, der Tag der Kontoeröffnung, der Name und das Geburtsdatum des Kontoinhabers, wie auch der Verfügungsberechtigten. Eine Kontoabfrage kann auch bereits gekündigte Konten aufdecken, allerdings nur dann, wenn die Kündigung es Kontos weniger als drei Jahre zurückliegt. Die Daten der Konten können dabei bis auf das Jahr 1993 zurückverfolgt werden. Geheim bleibt bei der Kontoabfrage hingegen die Entwicklung der Umsätze und der Kontostand. Auch wenn auf diese Informationen verzichtet werden muss, ist eine Kontoabfrage dennoch nicht wertlos, denn so erhalten die Behörden Einblick in die Anzahl der Konten und können bei nicht angegebenen Konten um eine Aufklärung bitten. So können vertuschte Einkommensverhältnisse aufgeklärt werden. Bei alten Konten, auf denen sich kein Guthaben mehr befindet, kann es schnell zu einer Klärung kommen. Anders sieht es jedoch aus, wenn man keine logische Erklärung bieten kann und der Verdacht des Steuerbetrugs im Raum steht. In so einem Fall können durch eine zusätzliche Kontoabfrage durch das Finanzamt die erforderlichen Informationen bei der Bank eingeholt werden.

Ehe das Finanzamt bei dem Bundeszentralamt für Steuern um Hilfe bittet, muss die betroffene Privatperson darüber informiert werden, dass eine Kontoabfrage durch das Finanzamt möglich ist. Die Information über eine Kontoabfrage muss nicht in Form eines persönlichen Schreibens erfolgen, ein Vordruck oder Merkblatt reicht aus. Ist eine Kontoabfrage bereits erfolgt, muss die überprüfte Person darüber in Kenntnis gesetzt werden, auch wenn es zu keinen weiteren Nachforschungen oder Konsequenzen kommt. Personen, die bei dem Finanzamt Schulden haben, können der Kontoabfrage entgegenwirken, indem sie ihre offenen Schulden bezahlen.

Wie oft werden Konten durch das Finanzamt abgefragt?

Die Anzahl an Kontoabfragen durch Finanzämter oder durch andere Behörden nimmt stetig zu. Auch wenn die Anzahl steigt, haben Behörden nicht das Recht „einfach so“ eine Kontoabfrage zu tätigen und auch das Prinzip der Rasterfahndung ist nicht gestattet. Nur wenn bei den gemachten Angaben nachvollziehbare Zweifel bestehen, ob diese richtig oder vollständig sind, kann eine Kontoabfrage erfolgen. Dennoch müssen keine deutlichen Indizien vorliegen, eine Kontoabfrage ist auch dann möglich, wenn gemeingültige Erkenntnisse dafür sprechen, dass nicht alles tadellos ist.

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